Bürohaus Stuttgart

Neubau Bürohaus Dannecker Straße 50

Die formalen Kriterien für städtebauliche Einordnung, Geschossigkeit und Dachform sind in der Aufgabenstellung vorgegeben und finden sich im Entwurf wieder. Der formal reduzierte, funktionale Baukörper passt sich in die Umgebung ein, nimmt die Flucht der Nachbarbebauung auf und formuliert zur Strasse eine angemessene Eingangsgeste und Offenheit.

Ziel des Entwurfs ist eine schlichte, angemessene, nachhaltige Architektur zu formulieren, welche sich in der Funktionalität der Grundrisse und Fassaden wiederfindet – bei gleichzeitiger Schaffung einer eigenen Identität und Adresse.

 

Erschließung und Funktionen

Die Haupterschließung des Gebäudes erfolgt über einen Unterschnitt von der Danneckerstrasse. Eine Lobby dient als zentraler Empfang und Verteiler in das dahinterliegende Treppenhaus mit Aufzug. Erdgeschossig schließt sich eine Büroeinheit sowie flexibel kombinierbare Besprechungsräume an. Die Grundrissorganisation der Obergeschosse erfolgt um das Treppenhaus und den dahinterliegenden zentralen Servicebereich mit WC, Teeküche und Abstellräumen. Die Grundrisse sind flexibel aufteilbar – als Zellenbüro oder offene Büroetage. Das abgewalmte Dach nimmt ebenfalls eine Büroetage auf, welche über die Dachflächenfenster belichtet werden.

Im Falle einer geschossweisen Aufteilung des Gebäudes verfügt damit jede Etage über Nebenräume. Die großzügigen Besprechungsräume im Erdgeschoss können von allen Etagen genutzt werden. Die Lobby bietet ausreichend Platz, um größere Besprechungsrunden zu empfangen. Über eine nördlich dem Baukörper vorgelagerte Rampe wird die ebenfalls geforderte Tiefgarage erschlossen. Sie folgt der Logik des Gebäudes und bietet zusätzlich noch einen Abstellbereich für Müll und den zentralen Haustechnikraum und wird über Oberlichter belichtet und belüftet.

Die Entfluchtung des Treppenhauses erfolgt vom Absatz über dem EG direkt auf die Überdachung der Tiefgaragenzufahrt. Die Grundstückstopographie folgt nach Fertigstellung ungefähr dem ursprünglichen Verlauf.
Die Außenanlagen im hinteren Grundstücksbereich werden über Wegedecken erschlossen und mit massiven Holzsitzbänken ausgestattet. Es soll ein lebendiger stark durchgrünter nach Möglichkeit halböffentlicher Raum werden, der sich mit den umliegenden Grünflächen vernetzt und so die vorherrschende städtische Dichte ausgleicht.

 

Konstruktion und Materialien

Der Neubau wird massiv als monolithischer Stahlbetonbau mit Vollwärmeschutz errichtet und erhält eine hinterlüftete Fassade aus verdeckt befestigten, großformatigen Faserzementplatten. Die gewalmten Dachflächen erhalten ebenfalls eine Deckung mit Faserzementplatten als Integraldach mit unterliegender, wasserführender Schicht und eingelegten Entwässerungsrinnen.
 Die Aluminiumfenster und Laibungsverblechungen erhalten eine Eloxalbeschichtung in Bronzeton. Durch die formale Reduktion wird das Zusammenspiel der Fassadenmaterialien betont. Einzig der Eingangsbereich erhält ebenfalls die bronzefarbene Einblechung und wird somit als Adresse hervorgehoben.

 

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit

Durch die massive Bauweise des Gebäudes und der Dachflächen, wird eine hohe Gebäudemasse und ein verbesserter sommerlicher Wärmeschutz erreicht. Positiv wirken hier zudem die außenliegenden Senkrechtmarkisen vor den Fenstern. Der Nachweis des winterlichen Wärmeschutzes wird durch den Vollwärmeschutz erbracht. Die vorhandenen Flächen sind innerhalb der vorgegebenen Randbedingungen optimal genutzt. Die gleichen Fensterformate und Grundrissaufteilung ermöglichen die wirtschaftliche Errichtung und Betrieb des Gebäudes. Der flexibel aufteilbare und zusammenschaltbare Grundriss lässt eine nachhaltige Nutzung / Nachnutzung und Vermietung zu. 

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